Brautschleier

Brautschleier: Ein Hochzeits-Accessoire mit langer Tradition

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Immer mehr Bräute entscheiden sich wieder für einen Brautschleier, der das gesamte Hochzeitsstyling komplettiert und aktuell ein Revival feiert. Ob mit Spitze, Volumen oder als lange Schleppe – so vielseitig ist das Accessoire.

In vergangenen Jahrzehnten und Jahrhunderten hatte der elegante Kopfschmuck eine bestimmte Bedeutung. Im Christentum fand der Brautschleier bereits seit dem 4. Jahrhundert Verwendung und bekam in Weiß, später auch in Rot, eine besondere Symbolik zugeschrieben. Er verkörperte die Jungfräulichkeit der Frau, mit der sie zur Hochzeit vor den Altar schritt. Die Schließung einer zweiten Ehe geschah in vergangenen Jahren deswegen ohne Brautschleier.

Der Brautschleier und seine Traditionen

Doch mit der Zeit wurde mit alten Traditionen und Erwartungen immer mehr gebrochen – sodass sich Bräute in der heutigen Zeit auch in einen Schleier hüllen können, wenn sie ein weiteres Mal heiraten. Es gilt: Frau darf frei von Voraussetzungen tragen, was ihr gefällt! In der Geschichte rund um den Brautschleier lassen sich noch weitere symbolische Bedeutungen und Zwecke erkennen. So wurde der Kopfschmuck auch dafür verwendet, um die Trägerin vor neugierigen Blicken oder bösen Geistern zu schützen. Oder die Tränen der Braut zu verdecken, die sich mit der Eheschließung von ihrer Familie “trennt”.

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Alte und moderne Bräuche rund um den Schleier

Neben dem einlagigen Brautschleier kann die Braut auch ein zweilagiges Modell tragen, welches das Gesicht beim Gang vor den Altar verhüllt. Auch das Lichten des Haarschmucks ist mit einigen Bräuchen verbunden. Je nach Kultur und Zeitalter wurde der Schleier erst nach der Hochzeit vom Bräutigam gelüftet, um den Neuanfang des Paares symbolisch zu besiegeln. Ein anderer Brauch besagte, den Schleier schon während der Trauung zu lüften, damit der Bräutigam sichergehen konnte, dass die richtige Braut vor ihm stand. Eine übliche Tradition, die man vor allem bei zweckorientierten Hochzeiten beobachten konnte.

Brautschleier
©ASphotowed/ iStock

Heutzutage lichtet der Bräutigam den Schleier seiner Braut direkt nach dem Jawort. Ihm gehört dann der erste Blick auf seine frisch angetraute Ehefrau. Der besonders emotionale Moment, der auch bei Gästen meist für Tränen und Herzklopfen sorgt, wird von dem ersten Kuss als verheiratetes Ehepaar gekrönt. Eine wahrlich romantische Tradition zum Brautschleier, die wohl nie aus der Mode kommt!

Erst Hochzeitskleid, dann Brautschleier

Wenn du jetzt auch Lust auf das stylische und märchenhafte Accessoire für deine Hochzeit bekommen hast, kommt es nur noch auf die richtige Wahl an. Das hört sich leichter an, als es getan ist. Beim Brautschleier geht es nämlich nicht nur um den persönlichen Geschmack. Sondern zusätzlich auch darum, dass er in Hinblick auf Farbe, Material und Form perfekt zum Brautkleid passt.

Deswegen ist die oberste Regel einer Braut, den Haarschmuck erst auszuwählen, wenn sie sich bereits für eine Robe entschieden hat. Ist das Kleid erst einmal gesetzt, kann auch weiter kalkuliert werden, was das Budget noch hergibt. Je nach Ausführung und Marke kann der Brautschleier durchschnittlich zwischen 50 und 1.000 Euro kosten.

Variante 1: Langer Brautschleier

Lange Brautschleier sind das I-Tüpfelchen jeder Braut, die von einer der Prinzessinnen-Hochzeit träumt. Hat Frau bereits zu einem langen Brautkleid mit Schleppe Ja gesagt, bietet sich dazu auch ein Schleier in lang an, der mit der Robe verfließen kann. Trotzdem sollte hierbei darauf geachtet werden, dass das Accessoire als angenehme Ergänzung des gesamten Looks gilt und dem Kleid nicht die Show stiehlt.

Zu den langen Varianten der Brautschleier zählen Kirchen- und Kathedralenschleier. Ersterer ist ein klassisches bodenlanges Modell, der ein elegantes Brautkleid komplettiert. Der Kathedralenschleier ist sogar noch einen Tick märchenhafter und extravaganter – und darf die Schleppe des Kleides sogar überragen. Dieser Brautschleier muss nicht zwingend auf dem Kopf getragen werden, sondern kann auch direkt hinter dem Diadem Halt finden.

Brautschleier
Ein bodenlanger Brautschleier ist besonders festlich. ©ViDi Studio/ iStock

Haarschmuck im Midi-Stil

Ein kürzerer Brautschleier wirkt vielleicht nicht ganz so edel, aber dafür verspielter und praktischer – unter anderem lässt sich damit auch eine lange Hochzeit durchtanzen. Das Accessoire in Midi-Länge ist besonders zu einem Spitzenkleid gut geeignet, da er das Kleid der Braut und seine besonderen Details nicht zu sehr verdeckt, aber gleichzeitig einen Hauch von Eleganz versprüht.

Unterschieden wird hierbei zwischen Ellenbogen- und Fingerspitzen-Schleier, die – wie es der Name schon verrät – genau an diesen Körperpartien der Braut enden. Während Ersterer so gut wie zu allen Brautkleidern passt, könnte Zweiterer in Kombination mit Empire-Brautkleidern oder Roben in A-Linie die richtige Wahl sein, da er ihre Silhouette unterstreicht. Du siehst, das Thema Brautschleier ist komplex.

Kurzer Brautschleier

Der Brautschleier ist nunmal eine Frage des Stils und kann auch in kurzer Form das perfekte Accessoire für aufregende Brautlooks sein. Der Blusher ist zum Beispiel eine wunderbare Ergänzung zu schmalen Kleidern. Er bedeckt das Gesicht, fällt meist bis zur Schulter und wird traditionell zur Zeremonie getragen, während der Feier aber wieder abgenommen.

Der sogenannte Birdcage ist eine extravagante Variante des Brautschleiers für die avantgardistische Braut, der auch vor dem Gesicht getragen und bis unter die Augen oder zum Kinn reicht. In Kombination mit einem Fascinator ist er der passende Kopfschmuck zu Vintage und Retro-Kleidern. Dieser Schleier passt aber auch toll zu kurzen Kleidern oder modernen Hosenanzügen.

Brautschleier
Der Brautschleier kann auch kurz gehalten und in einen Fascinator eingearbeitet sein. ©CoffeeAndMilk/ iStock

Aufwendige Details

Bei einem außergewöhnlichen Kleid darf auch ein Accessoire wie der Brautschleier extravagant und auffällig ausfallen. Besondere Hingucker sind zum Beispiel mit einer Satinkante, Perlen, Kristallen, Strasssteinen, Stickereien oder eben Spitze geschmückt. Letztere spielt auch bei der sogenannten Mantilla eine große Rolle.

Der spanische runde Schleier ist meist komplett aus Spitze gefertigt und somit der perfekte Kombinationspartner für feminine Roben wie Spitzenkleider mit figurbetontem Schnitt. Er rahmt das Gesicht ein und wird deswegen wenige Zentimeter hinter dem Haaransatz oder am Hinterkopf mit einem Kamm befestigt. Die Länge ist variabel, doch ob kurz oder lang – dieser Brautschleier ist der Inbegriff von Eleganz und Anmut.

 

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Frisur zum Brautschleier

Beim Styling mit einem Brautschleier darf natürlich auch die Frisur nicht außer Acht gelassen werden, die mit allem zusammen eine stimmige Einheit bilden sollte. Erlaubt sind sowohl offene Haare als auch Hochsteckfrisuren. Trotzdem sollte beim Styling der Braut darauf geachtet werden, dass bestimmte Schleier auch nur mit bestimmten Frisuren halten und befestigt werden können. Wenn du einen besonders langen und schweren Kopfschmuck trägst, kann dieser beispielsweise dank einer Hochsteckfrisur tief am Hinterkopf festgesteckt werden.

Bei Frauen mit dünnen Haaren eignen sich tiefsitzende Haarknoten mit Haarteil als Unterstützung. Am Knoten lässt sich ein Schleier sehr gut befestigen und führt dazu, dass das Accessoire fließend über die Schultern fallen kann. Grundsätzlich ist die Frisur zum Brautschleier hohe Kunst, die in jedem Fall vorab und rechtzeitig mit einem Hair-Stylisten abgesprochen werden sollte. Ein Probestecken ist Pflicht, um böse Überraschungen am großen Tag zu vermeiden.

Braut mit Schleier: Prominente Beispiele

Wie schön und unterschiedlich Looks mit Brautschleiern sein können, zeigen zwei Damen aus der Promiwelt. 2018 gab Herzogin Meghan ihrem Liebsten Prinz Harry bei der Royal Wedding das Jawort. Zu ihrem schlichten Brautkleid trug sie einen langen Schleier, der von einer Tiara gehalten wurde. Auf dem atemberaubenden Kopfschmuck waren alle 53 Länder des Commonwealth in floralen Mustern verewigt. Zudem wurde ein Stück blauer Stoff eingenäht, der aus dem Kleid stammt, das Meghan zum ersten Date mit Harry trug. Ein bezaubernder Prinzessinnen-Look mit Bedeutung!

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Bee Shaffers Hochzeitsstyling fiel um einiges verspielter aus. Die Tochter von Vogue-Chefredakteurin und Mode-Ikone Anna Wintour trug einen Midi-Mantilla-Brautschleier aus Spitze zu ihrem elfenbeinfarbenen Kleid im Vintage-Stil und zu goldenen Schuhen. Damit machte sie vor, wie herrlich einfach und zugleich aufregend das Outfit am schönsten Tag im Leben doch sein kann – und, dass der Schleier letztendlich zu der Braut passen muss.

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Deswegen solltest du dich frei von alten Traditionen und Erwartungen deines Umfelds machen. Brautkleid und Brautschleier – egal in welcher Variante – sehen am besten aus, wenn sich die Braut darin wohl und glücklich fühlt.

Headerbild: ©aldomurillo/ iStock