Verlobung

Ihr feiert Verlobung – und dann? Die wichtigsten Fragen nach dem Antrag

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Eine Verlobung ist mehr, als der großen Liebe einen Ring an den Finger zu stecken. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Eheversprechen.

Verlobung, mit dem Begriff kann jeder etwas anfangen. Viele verbinden damit einen Heiratsantrag, vielleicht den berühmten Kniefall, einen romantischen Moment und das Versprechen: Ja, wir wollen heiraten. Doch welche Bedeutung steckt tatsächlich dahinter? Und was ist, wenn Verlobte sich trennen? Hier gibt es die Antworten.

Verlobung – diese Bedeutung steckt dahinter

Eine Verlobung ist im Grunde ein Versprechen. Dein Partner und du versprecht euch, heiraten und den Rest eures Lebens miteinander verbringen zu wollen. Wie genau diese Verlobung abläuft, wer wem den Antrag macht und ob eine Ringübergabe stattfindet, ist dabei komplett euch überlassen. Genauso wie die Entscheidung, ob ihr diesen besonderen Moment zu zweit oder im Kreis eurer Liebsten erleben wollt. Für eine Verlobung braucht es keine Zeugen, keinen Termin beim Standesamt oder der Kirche und keine ausgefüllten Anträge.

Es gilt allerdings: Wer aus Rechtsgründen nicht heiraten darf, kann sich auch nicht verloben. Dazu zählen enge Verwandte und Minderjährige unter 16 Jahren. Bist du noch nicht geschieden, planst aber bereits, deine neue Liebe zu heiraten, darfst du ihr einen Antrag machen oder annehmen. Nur mit der Eheschließung musst du warten. Die Mehrehe ist in Deutschland nämlich verboten.

Verlobung
Wer einen Heiratsantrag plant, hat oft auch direkt den Verlobungsring dabei. Aber keine Angst, es geht auch ohne. ©gpointstudio/ iStock

Wozu verpflichte ich mich mit meinem “Ja”?

Eine Verlobung ist kein Vertrag, den man unterzeichnet. Eine konkrete Pflicht, die Person, deren Antrag man zugestimmt hat, auch zu heiraten, gibt es also nicht. “Vertragsstrafen”, wie sie früher beim Auflösen einer Verlobung teilweise üblich waren, sind heutzutage nicht mehr zulässig. Dafür stehen euch als verlobtes Paar aber auch keine der Vorteile zu, die man als Ehepaar hat. Das bedeutet, Verlobte haben

  • keine steuerlichen Vorteile
  • keinen Erbanspruch gegenüber ihrem Partner
  • kein Recht, beim Krankheitsfall ihres Partners Entscheidungen über dessen Weiterbehandlung zu treffen – außer, dieser hat dazu eine Vollmacht unterzeichnet.

Nur in einem Fall wird die Verlobung als besonderer Status angesehen: vor Gericht. Wer verlobt ist, darf die Aussage gegen seinen Partner verweigern.

Wie lange ist man verlobt?

So wie es keine Verpflichtung gibt, nach einer Verlobung auch wirklich zu heiraten, gibt es auch keinen festgesetzten Zeitraum, in dem die Hochzeit nach dem Antrag stattfinden muss. Traditionell galt bisher: Wer sich verlobt, heiratet im folgenden Jahr. Auch heutzutage halten sich noch viele an diese Frist, ein Muss ist das allerdings nicht. Tatsächlich macht es aber durchaus Sinn, sich zwischen Verlobung und Eheschließung ein bisschen Zeit zu lassen – eine Hochzeit plant sich schließlich nicht in wenigen Wochen.

Was ist der Unterschied zwischen einem Verlobungsring und einem Ehering?

Man kennt ihn aus Filmen: den eleganten und sündhaft teuren Verlobungsring mit dem großen Diamanten. Tatsächlich gibt es aber kein “klassisches” Design für den Ring zum Antrag – und keinen Grund, dass nur die Frau einen Verlobungsring tragen sollte. Wichtig ist eigentlich nur, dass er der Person gefällt, die ihn schlussendlich am Finger tragen soll.

Ob jemand noch verlobt oder schon verheiratet ist, lässt sich übrigens ganz einfach mit einem Blick feststellen: In Deutschland wird der Verlobungsring klassischerweise am linken, der Ehering am rechten Ringfinger getragen. Manche entscheiden sich nach der Eheschließung, beide Ringe am rechten Ringfinger zu tragen. Andere tragen einen oder beide Ringe an einer Kette um den Hals. Wieder andere nutzen ihre Verlobungsringe einfach als Eheringe.

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Es bleibt der Klassiker: Nach der Verlobung wird der Frau oder dem Mann ein Verlobungsring angesteckt. ©Rawpixel/ iStock

Wie feiere ich eine Verlobung?

Auch hier sind deiner Kreativität eigentlich keine Grenzen gesetzt. Ob du nun Karten an Freunde und Familie verschickst, eine Party schmeißt, deine Liebsten zu einem sommerlichen Picknick im Park einlädst und dabei schon konkretere Pläne für die Hochzeit besprichst, oder einfach nur ein Bild von deinem Verlobungsring bei Instagram hochlädst – tu, was sich für dich richtig anfühlt, und besprich deine Entscheidungen vorher mit deinem Partner. Schließlich habt ihr euch versprochen, euren Lebensweg in Zukunft gemeinsam zu gehen.

Was, wenn ich die Verlobung auflösen möchte?

Da dein “Ja” zu einem Heiratsantrag nicht rechtlich bindend ist, kannst du eine Verlobung jederzeit auflösen. Das läuft in der Regel ab wie eine klassische Trennung – nur, dass du eben zusätzlich noch einen Verlobungsring zurückgibst. Wichtig zu wissen ist allerdings, dass dein Partner dich gegebenenfalls auf Schadensersatz verklagen kann. Das passiert zwar selten, ist allerdings möglich, wenn du die Verlobung ohne schwerwiegenden Grund (Krankheit, Betrug, dein Partner hat dir frühere Ehen/Kinder verschwiegen) auflöst. In folgenden Fällen ist es möglich, dass dein Ex-Partner Schadensersatz verlangen kann:

  • der Partner hat seine Eigentumswohnung verkauft, damit ihr zusammenleben könnt.
  • vor der geplanten Hochzeit ist der Partner für dich in eine andere Stadt gezogen (hierbei spielt die Distanz zwischen altem und neuem Wohnort eine Rolle).
  • Dein Partner oder seine Familie haben bereits größere Summen in die geplante Hochzeit investiert (zum Beispiel für ein ausgefallenes Brautkleid oder eine besonders spektakuläre Feier).

Schadensersatz – geht das?

Solltest du selbst in die Situation kommen, Schadensersatz für eine aufgelöste Verlobung zu fordern, ist vor allem eins wichtig: Du musst nachweisen können, dass eine Verlobung stattgefunden hat. Beispielsweise durch Briefe, E-Mails, Textnachrichten oder wenn du bereits Einladungskarten für die Hochzeit verschickt hast.

Der Anspruch auf Schadensersatz nach einer aufgelösten Verlobung verjährt nach drei Jahren. Die emotionalen Narben können allerdings deutlich länger anhalten. Deswegen: Sag nur “Ja”, wenn es sich für dich wirklich richtig anfühlt. Denn nur dann macht die Zeit zwischen Verlobung und Hochzeit, die Vorbereitung für den schönsten Tag deines Lebens, wirklich Spaß. Und lässt dein Herz jedes Mal ein kleines bisschen schneller schlagen, wenn du auf deinen Ringfinger blickst.

Headerbild: ©Cecilie_Arcurs/ iStock