Kirchliche Trauung: Heiraten mit Gottes Segen

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Du wünschst dir eine klassische Hochzeit in der Kirche? Dann gibt es viele schöne Traditionen und einige Formalitäten zu beachten. Hier erfährst du alles rund um die kirchliche Trauung.

Die kirchliche Hochzeit ist eine alte Tradition, die bis heute zelebriert wird. Oft folgt die Vermählung vor Gott einem klaren Prozedere, kann aber je nach Pfarrer oder Pastor angepasst werden. Der Ablauf und die Voraussetzungen für die kirchliche Trauung können variieren, je nachdem, ob ihr katholisch, evangelisch oder ökumenisch heiraten möchtet.

Bevor wir tiefer in das Thema kirchliche Trauung eintauchen, eins vorweg: In Deutschland ersetzt die kirchliche keine standesamtliche Trauung. Die kirchliche Trauung geschieht „nur“ vor Gott, nicht aber vor dem Staat. Das heißt, wenn du in der Kirche heiraten möchtest, müsst ihr auch standesamtlich heiraten, wenn ihr die rechtlichen Vorteile  mitnehmen wollt.

©iStock/ sjharmon

Kirchlich heiraten: die Voraussetzungen

Damit ihr vor den Altar treten könnt, müsst ihr einige Voraussetzungen erfüllen, die je nach Konfession unterschiedlich sind.

  • Die evangelische Trauung

Für die evangelische Trauung muss mindestens einer von euch der evangelischen Kirche angehören. Ist der andere Partner konfessionslos, muss er versichern, den evangelischen Glauben des anderen zu respektieren und eventuelle Kinder im evangelischen Glauben zu erziehen. Gehört der andere Partner der katholischen Kirche an, braucht er die Zustimmung seiner Gemeinde, um evangelisch (oder protestantisch) heiraten zu dürfen. Die Einwilligung heißt Dispens und wird vom Pfarramt ausgestellt.

  • Die katholische Trauung

Möchtet ihr katholisch heiraten und seid beide katholisch, bringt das keinen großen Aufwand mit sich. Ist einer von euch beiden Protestant, muss er den Grundsätzen einer katholischen Ehe zustimmen. Dazu gehören Kinder, die im katholischen Glauben erzogen werden, ebenso wie der dauerhafte Bestand der Ehe. Gehört ein Partner keiner Konfession an, muss der Bischof der Ehe zustimmen. Das geschieht ebenfalls unter der Voraussetzung, dass der konfessionslose Partner sich zur katholischen Ehe bekennt. Für eine Ehe in der katholischen Kirche müssen die Paare außerdem verschiedengeschlechtlich sein. Gleichgeschlechtliche Ehen können nach wie vor nicht in der katholischen Kirche vollzogen werden. Ist einer von euch bereits geschieden, könnt ihr in der Regel nicht heiraten, es sie denn die vorangegangene Ehe kann nachträglich annulliert werden. Das besprecht ihr mit dem zuständigen Pfarrer.

  • Die ökumenische Trauung

Möchtet ihr ökumenisch, also gemischt-konfessionell heiraten, könnt ihr beiden Konfessionen angehören. Die Trauung richten zwei Geistliche gemeinsam aus. Führend ist aber der Pfarrer, in dessen Kirche geheiratet wird. Sowohl der evangelische als auch der katholische Pfarrer müssen der Ehe zustimmen.

Ob ein Pfarrer der Ehe mit einem konfessionslosen Partner zustimmt, ist übrigens individuell und je nach Kirche verschieden.

©iStock/ momcilog

Wie plane ich meine kirchliche Trauung?

Habt ihr euch dazu entschlossen, kirchlich zu heiraten, sprecht ihr in eurem zuständigen Gemeindebüro vor. Macht das so früh wie möglich tun, damit die Trauung an eurem Wunschtermin stattfinden kann. Bei der Wahl des Termins solltet ihr übrigens bedenken, dass der Mai überaus beliebt ist und viele Kirchen keine Trauungen an christlichen Feiertagen durchführen.

Wollt ihr außerhalb eurer heimischen Gemeinde heiraten, muss diese zustimmen. Die Einwilligungserklärung nennt sich bei den Evangelen Dimissoriale, bei den Katholiken spricht man meist vom Entlassschein. Außerdem solltet ihr bei eurer Wunschgemeinde anfragen, ob der Termin verfügbar ist. Klärt außerdem,, ob euer Gemeindepfarrer euch begleitet oder der Pfarrer der Wunschkirche die Trauung durchführt.

Stehen Kirche und Termin fest, wird der Pfarrer in ein oder mehreren Traugesprächen sowohl eure Beweggründe und eure Zukunftswünsche abfragen. Ihr besprecht in den Gesprächen den Ablauf und die individuellen Wünsche für die Trauung sowie Details zu Trausprüchen und -versprechen. Im katholischen Traugespräch werden zudem die Grundlagen der katholischen Ehe besprochen und ein Ehevorbereitungsprotokoll geschrieben. In der katholischen Kirche ist darüber hinaus bis heute auch das traditionelle Aufgebot üblich. Das heißt, eure Hochzeit wird nicht nur durch einen Aushang, sondern auch im Gottesdienst verlautet. Beii der katholischen Hochzeit ist die Anwesenheit von zwei Trauzeugen Pflicht. Deren Konfession ist nicht vorgegeben. Außerdem werden bei den Katholiken Ehevorbereitungsseminare angeboten.

Diese Dokumente braucht ihr für die kirchliche Trauung:

Katholisch:

  •         Personalausweise
  •         Taufbescheinigung(en)
  •         Ledigennachweise
  •         gegebenenfalls Nachweis(e) der Firmung
  •         unterschriebenes Ehevorbereitungsprotokoll
  •         Heiratsurkunde der standesamtlichen Eheschließung
  •         Traulizenz
  •         gegebenenfalls Entlassschein
  •         gegebenenfalls Dispens

Evangelisch:

  •         Personalausweise
  •         Taufbescheinigung(en)
  •         Ledigennachweise
  •         Konfirmationsurkunde(n)
  •         Anmeldung oder Heiratsurkunde des Standesamts
  •         gegebenenfalls Dimissoriale
  •         gegebenenfalls Dispens

Kirchliche Trauung: der Ablauf

Der Ablauf der kirchlichen Trauung kann individuell gestaltet werden. Allerdings folgt sowohl die evangelische als auch die katholische Kirche ihren festgelegten Mustern.

Evangelische Trauung

So sieht die klassische evangelische Trauung aus:

  1. Eröffnung
  •         Einzug in die Kirche
  •         Begrüßung durch den Pfarrer
  •         Lied
  •         Eingangsvotum
  •         Eingangsgebet
  •         Lied
  1. Verkündung, Bekenntnis, Segnung
  •         Bibel-Lesung
  •         Lied
  •         Trauspruch
  •         Predigt
  •         Lied
  •         Bibel-Lesung
  •         Traubekenntnis
  •         Austausch der Ringe
  •         Segnung
  •         Lied
  1. Abendmahl
  2. Sendung
  •         Fürbitten
  •         Vaterunser
  •         Segen
  •         Auszug aus der Kirche
©iStock/ Rawpixel

Katholische Trauung: die Optionen

In der katholischen Kirche hast du die Wahl zwischen zwei verschiedenen Trauungen. Ihr könnt einen Wortgottesdienst heiraten oder im Rahmen einer Heiligen Messe, also mit Eucharistiefeier. Der Wortgottesdienst dauert etwa halb so lang (30 bis 40 Minuten) und die Eucharistiefeier entfällt.

Mit Eucharistiefeier sieht der Ablauf der Trauung etwa so aus:

  1. Eröffnung
  •         Empfang des Brautpaares am Kircheneingang
  •         Einzug in die Kirche
  •         Begrüßung der Gemeinde
  •         Einführung
  •         Kyrie
  •         Tagesgebet
  1. Wortgottesdienst
  •         Lesungen mit Gesängen
  •         Homilie
  1. Trauung
  •         Befragung nach Bereitschaft zur christlichen Ehe
  •         Segnung der Ringe
  •         Trauversprechen
  •         Bestätigung der Vermählung
  •         Trauungssegen
  1. Fürbitten
  2. Eucharistiefeier
  3. Schlussgebet und Danklied
  4. Unterzeichnung der Traudokumente
  5. Auszug aus der Kirche

Bei einer ökumenischen Trauung kann variiert werden. Meist richtet sich das Prozedere nach der Kirche, in der geheiratet wird.

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