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Geburt

Wochenbett - Das solltest du über die Zeit nach der Entbindung wissen

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©damircudic

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Als Wochenbett wird die "Kennenlernzeit" zwischen Müttern und ihren Neugeborenen nach der Geburt bezeichnet. Sowohl für Mamas als auch fürs Baby ist die Zeit im Wochenbett eine ganz besondere und wertvolle Phase. Warum diese Wochen so wichtig sind, wie lange sie überhaupt dauern und was ihr tun und besser nicht tun solltet, um entspannt und glücklich durch diese aufregende Zeit zu kommen, haben wir hier für euch zusammengefasst:

Was ist eigentlich dieses "Wochenbett"?

Der Name Wochenbett beschreibt sehr gut, um was es sich hierbei tatsächlich handelt: um die Wochen nach der Geburt, die Mutter und Kind überwiegend im Bett verbringen sollten, um sich von den Strapazen der Geburt zu erholen und sich intensiv kennenzulernen. Schließlich kannte man sich ja davor noch nicht und soll jetzt auf einmal ein perfekt eingespieltes Team sein. 

Gott sei Dank gibt es das Wochenbett, in dem ihr euch ganz auf den Bindungsaufbau mit eurem kleinen Wunder konzentrieren könnt. Dass diese Zeit übrigens nicht nur für die Mama, sondern auch für das Neugeborene enorm wichtig ist, deutet ein anderer Name für diese Phase an: Kindbett - oder lateinisch: Puerperium.  Keine Sorge, das Bett im Namen müsst ihr nicht 8 Wochen lang wörtlich nehmen. Versteht diese Phase eher als Schonzeit, in der ihr bewusst mal weniger wichtige Termine ausfallen lasst, nur Dinge macht, die euch und eurem Kind gut tun und euch körperlich nicht verausgabt. Kisten schleppen, einkaufen und aufräumen sollten in diesen Wochen von jemand anderem erledigt werden!

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Wie lange dauert das Wochenbett und was passiert in dieser Zeit?

Eine allgemein gültige, verbindliche Dauer gibt es gar nicht. Ein anderer Name fürs Wochenbett ist Postpartalphase: Das bezeichnet die Zeitspanne von der Entbindung bis zur Rückbildung der schwangerschafts- und geburtsbedingten Veränderungen im Körper, was im Durchschnitt sechs bis acht Wochen dauert. 

Wie bei allen Durchschnittswerten kann die individuell benötigte Zeit davon natürlich abweichen. Manche Frauen sind nach 3 Wochen schon wieder relativ fit, wohingegen andere durchaus 3 Monate brauchen. Das hängt natürlich auch stark von den Rahmenbedingungen ab, also wie viel Hilfe hat die frischgebackene Mutter, wie strapaziös war die Geburt, wie entwickelt sich das Baby usw. Also macht euch keine Sorgen oder lasst euch keinesfalls ein schlechtes Gewissen einreden, wenn ihr nicht nach 6 Wochen so fit und belastbar wie vor der Schwangerschaft seid.

Jede Frau ist einzigartig und verdient ihr eigenes Tempo. Bloß weil vielleicht eure Schwiegermutter oder Freundin in Nullkommanichts wieder auf der Höhe war, heißt das nicht, dass ihr das auch sein müsst. Dass wir Frauen uns genug Zeit für die Genesung und mit unserem Baby nehmen sollten, ist übrigens auch gesetzlich geregelt. In Deutschland gilt für alle Wöchnerinnen, wie Frauen im Kindbett auch genannt werden,  8 Wochen nach der Entbindung ein absolutes Beschäftigungsverbot. Ihr könnt es also ruhig angehen lassen!

Was passiert in dieser Zeit körperlich? 

  • Bei der Mutter bildet sich die Gebärmutter wieder von ca. 1,5 kg Gewicht am Ende  der Schwangerschaft auf ihr Normalgewicht von rund 50 – 70 g zurück. Diese Rückbildung nehmen Frauen als Nachwehen wahr, die für manche sehr schmerzhaft sein können.
  • Eine etwaige  Dammverletzung oder ein Dammschnitt bei spontanen Geburten bzw. die Operationswunde bei Kaiserschnitten verheilt.
  • Die Milchbildung beginnt und durch den Milcheinschuss wird die Brust wärmer, fester und größer. Diese Veränderungen können bisweilen schmerzhaft als auch ungewohnt für die Frau sein.
  • Der sogenannte Wochenfluss verändert sich in den ersten 3-4 Wochen von übermenstruationsstark-blutig zu ausflussartig-gelblich. Aber was ist eigentlich der Wochenfluss? Darunter versteht man das Wundsekret der menschlichen Gebärmutter, das in den Wochen nach der Entbindung aus der Scheide abgesondert wird. Kurz nach der Geburt hat die Wundfläche, die durch die Ablösung der Plazenta in der Gebärmutter entstanden ist, einen Durchmesser von ca. 12,5 cm. Diese verkleinert sich binnen der ersten zwei Wochen auf ca. 5 cm, bevor sie nach weiteren vier bis sechs Wochen komplett verheilt ist. Der Wochenfluss zeigt euch also in seiner Funktion als "Spiegel der Wundheilung" an, wie die Reparaturprozesse in eurem Inneren vorankommen. Wichtig ist, dass ihr in dieser Zeit Binden statt Tampons verwendet, damit das Wundsekret restlos und ungehindert abfließen kann. Sonst kann es zu Infektionen kommen.
  • Die Verdauung kommt wieder in Schwung. Auf einmal haben eure Verdauungsorgane wieder Platz in eurem Bauch. Das ist anfangs noch ungewohnt, doch sie gewöhnen sich schnell an die wiedererlangte Freiheit und funktionieren nach kurzer Zeit wieder wie vor der Schwangerschaft.
  • Der Menstruationszyklus stellt sich wieder ein. Wann genau hängt davon ab, ob die Wöchnerin stillt. Denn ein hoher Prolaktinspiegel, der durch das Stillen entsteht, verhindert den Eisprung. Deshalb setzt die Periode meist erst nach dem Abstillen wieder ein. Bei nicht stillenden Frauen hingegen beginnt die Periode etwa sechs bis acht Wochen nach der Geburt.

Nicht nur ihr selbst, auch euer Baby benötigt die Zeit im Wochenbett. Während es während der Schwangerschaft in der Gebärmutter über die Nabelschnur mit allem versorgt wurde, muss es nach der Geburt selbst atmen und trinken. Die äußeren Einflüsse, die es vorher nur gedämpft wahrnehmen konnte, kommen nun ungefiltert beim Neugeborenen an. Um diese radikalen Veränderungen anzunehmen, braucht euer Kind ebenfalls Ruhe.

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Das Wochenbett beginnt unmittelbar nach der Entbindung.  ©iStock/kieferpix

Was in dieser Zeit psychisch passiert - oder: Hormone, Hormone, Hormone

Für fast jeden psychischen Prozess im Wochenbett sind unsere Boten-und Signalstoffe des Körpers verantwortlich. Schon während der Schwangerschaft werdet ihr gemerkt haben, wie sehr ihr euch körperlich und psychisch verändert - und dieser Prozess setzt sich im Wochenbett fort.

Alle oben genannten körperlichen Begleiterscheinungen stehen in direktem Zusammenhang mit Hormonen: Ob Prolaktin, Endorphin oder Oxytocin - die Schwangerschaftshormone sorgen für etliche Veränderungen. Sowohl körperlich als auch psychisch:

  • Während der Geburt wird verstärkt Endorphin ausgeschüttet, um die Wehen erträglicher zu machen. Es ist das stärkste natürliche Schmerzmittel, den unser Körper kennt und hat als interessanten Nebeneffekt eine starke stimmungsaufhellende Wirkung. Durch das Einstellen der Endorphinproduktion nach der Geburt (und dem Ende der Wehenschmerzen), geht auch der euphorisierende Einfluss des Hormons verloren.
  • Oxytocin: das wohl wichtigste "Wochenbett-Hormon". Nicht umsonst bedeutet der Name übersetzt "leichte Geburt".  Es wird schon vor der Entbindung im Uterus angereichert und löst zu gegebener Zeit die Wehen aus, welche es gleichzeitig aufgrund seiner schmerzstillenden Wirkung erträglicher macht. Nach der Geburt fördert es die Rückbildung der Gebärmutter. Vor allem aber ist es so wichtig in seiner Funktion als "Kuschelhormon".  Oxytocin wird vermehrt während des Stillens ausgeschüttet. Übrigens auch beim Baby: Bei ihm wird das Hormon durch das Nuckeln gebildet! Aber auch wenn ihr nicht stillt, müsst ihr euch keine Sorgen machen: bei Berührungen eures Babys oder dem bloßen Denken an das Neugeborene wird das Hormon ebenfalls freigesetzt. 

    Oxytocin ist das wichtigste Bindungshormon, das mit dafür sorgt, dass ihr euer Baby vom ersten Moment mehr als alles andere liebt und es mit eurem Leben beschützen würdet. Desweiteren führt es zu einem Gefühl von Befriedigung, Wohlbefinden und Euphorie. Darüber hinaus spielt Oxytocin eine  Rolle bei der Stressregulierung: Es senkt den Cortisolspiegel und wirkt auf diese Weise beruhigend und angstlösend. Oxytocin beeinflusst nicht nur körperliche Vorgänge, sondern auch das Sozialverhalten: Wissenschaftlichen Studien zufolge steigert es das Vertrauen gegenüber seinen Mitmenschen, erhöht die emotionale und soziale Kompetenz sowie die Bindungsfähigkeit.  Diese psychisch-emotionalen Wirkungen des Oxytocins verstärken die Bindung von Mutter und Kind und unterstützen im Wochenbett das "Bonding", also das Gefühl, sein Baby bedingungslos zu lieben und versorgen zu wollen.
Junge Frau mit BabyPinterest Button
Gemeinsames Kuscheln beruhigt Mamas und Babys im Wochenbett. ©iStock

In den ersten Tagen und Wochen nach der Geburt erleben viele Frauen nicht nur Glücksgefühle. Sogar das Gegenteil kann der Fall sein: Bedingt durch den plötzlichen Hormonabfall nach der Geburt rutschen viele in ein Stimmungsloch und bekommen den „Baby-Blues“. Addiert man dazu noch die körperliche Erschöpfung, ständige Müdigkeit oder körperliches Unwohlsein, kann das Loch ganz schön tief sein. Aber macht euch keine Sorgen! Das ist ganz normal und nicht im Geringsten ein Indiz dafür, dass ihr keine gute Mutter seid. In den meisten Fälle findet ihr schnell wieder von alleine ins emotionale Gleichgewicht zurück. Hilfreich sind liebevolle Unterstützung durch euer engstes Umfeld, ausreichend Ruhe und die Beschäftigung mit wohltuenden Aktivitäten. Ideen, welche das sein können, haben wir für euch gesammelt:

Frau küsst Baby auf die StirnPinterest Button
Das Wochenbett ist die beste Zeit, um nicht zu tun außer zu kuscheln. ©fotostorm/iSTock

Entspannt durchs Wochenbett - so kann es klappen:

 

  • Fülle deine Vorräte auf

Mach dir noch vor der Geburt bewusst, dass du während der ersten Tage nach der Entbindung wohl kaum Zeit für ausgedehnte Shoppingtrips haben wirst. Leg dir also einen Vorrat an deinen Lieblings-,süßigkeiten, shampoos oder duftkerzen an. Denk auch unbedingt an große, saugfähige Binden, um den Wochenfluss gut zu überstehen. Solltest du dennoch etwas vergessen haben, dann lass dir von lieben Menschen etwas mitbringen

  • Lass dich unterstützen
     

Wo wir gerade von mitbringen sprechen: Organisier dir rechtzeitig Unterstützung! Dass eure Hebamme regelmäßig nach dem rechten schaut, ist während des Wochenbetts mittlerweile Standard. Doch das allein wird nicht reichen. Vor allem, wenn ihr schon Kinder habt, solltet ihr euch von jemandem helfen lassen. Wenn ihr einen Partner habt, dann könnt ihr im Normalfall auf dessen Hilfe zurückgreifen. Die meisten Ehemänner (oder Ehefrauen) helfen von Herzen gern und warten nur auf "Anweisungen" von euch. Aber auch eine gute Freundin, eure eigene Mama oder Schwester stehen euch sicherlich mit Rat und Tat zur Seite, wenn ihr sie darum bittet. 

  • Sag auch mal Nein

"Hallo, hier spricht deine Schwiegermama. Stört´s dich,  wenn ich kurz vorbeikomme?" Ihr habt in diesem Moment gerade richtig Lust, eure Schwiegermutter (oder Schwester, Tante, Nachbarin) zu treffen und fühlt euch dafür stark genug? Dann ladet sie ruhig ein, kocht Kaffee und putzt am besten vorher nochmal gründlich durch....Oder klingt die Vorstellung, aus dem Bett klettern zu müssen, in der Küche zu stehen und 3 Stunden lang eine gute Gastgeberin zu sein, nicht so verlockend? Dann sagt die sicherlich nett gemeinte Anfrage ab! Generell solltet ihr während des Wochenbetts eure Energie und Zeit auf das verwenden, das jetzt wirklich zählt: Fit werden, heilen, euer Baby versorgen und natürlich ganz viel kuscheln. Dafür wird eine gute Freundin oder eure Oma sicher Verständnis haben! Und selbst wenn nicht: Grad seid ihr wichtig und ihr solltet eure Bedürfnisse ernst nehmen!

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Im Wochenbett ist Körperkontakt besonders wichtig. ©damircudic/iStock
  • Sorge für gute Unterhaltung

Konzentrier dich statt lästiger Besuche auf Aktivitäten, die dir Freude bereiten: Du könntest die Zeit nutzen und dein Lieblingsbuch wieder einmal in Ruhe lesen. Oder wie wär´s mit einer spannenden Serie, die du schon länger sehen wolltest? Jetzt hast du Zeit dafür. Erstell dir einen Soundtrack und lass dich von guter Musik durch den Tag begleiten. Oder dekorier das Kinderzimmer zu Ende. Gestalte süße Poster oder einzigartige Türschilder, das geht prima vom bequemen Bett aus. 

Eure Freunde und Verwandten warten sicherlich schon sehnsüchtig auf den ersten Anblick eures kleinen Schatzes! Lasst sie nicht länger zappeln, sondern erstellt jetzt die Geburtskarten mit den schönsten Babyfotos und verschickt sie an eure Lieben. Auch diese Aufgabe lässt sich easy vom Sofa aus erledigen!

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Persönliche Babyposter zu gestalten ist eine tolle Wochenbett-Aktivität
  • Gönn dir Gutes

Das Wochenbett ist weder die Zeit für Diäten, noch für ein anstrengendes Work-Out oder den Frühjahrsputz. Versüßt euch stattdessen diese prägenden Tagen und Wochen mit Genuss. Nehmt ein warmes Bad, lasst euch von eurem Partner verwöhnen und kocht euch eure Lieblingsmahlzeiten aus Kindertagen. Soul Food ist jetzt angesagt! Und wenn ihr euch schwer tut, euch in den Mittelpunkt eurer eigenen Fürsorge zu stellen, dann denkt dabei an euer Neugeborenes: Es braucht eine entspannte, ausgeglichene Mama, um sich geborgen und willkommen fühlen zu können!

Frau sitzt mit ihrem Baby auf dem BettPinterest Button
Im Wochenbett steht das Bonding zwischen und Mutter und Kind im Vordergrund.  ©SolStock/iStock

Das Wochenbett ist ohne Frage eine außergewöhnliche und bewegende Zeit. Auf einmal dreht sich euer komplettes Leben nur noch um den neuen Erdenbürger. Das kann Angst machen, aber auch grenzenlos schön und wertvoll sein. Nehmt diese Wochen einfach an, wie sie kommen, vertraut eurem Körper, gebt ihm Ruhe und die nötige Zeit - schließlich musste er viel mitmachen. Wenn ihr euch auf euer eigenes und das Wohlbefinden eures Kindes fokussiert und euch unterstützen lasst, dann stehen eure Chancen exzellent, eine gelungene Anfangszeit mit eurem größten Glück genießen zu können. 

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